Eintrag Nr. 1476

„Die Pflicht, den Stich zu gestatten, den Arm frei zu machen, die Nadel zu spüren.“

„ Sie ruft! Da heißt es, sich am Riemen zu reißen und auf sie zu hören, ihr zu gehorchen! Oder auch nur einfach, sie zu tun.

Wie Kurt Waldheim damals. Der dafür gehasst, geschmäht, verteufelt wurde. Aber auch geliebt, respektiert und anerkannt.

Die verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Gottlob gibt es dieses Duo.

Nicht auszudenken, wäre es unbekannt, würde nicht zur Anwendung kommen, kein Mensch kümmerte sich um die verdammte Pflicht und Schuldigkeit.

Chaos pur!

Jemanden in die Pflicht nehmen. Die vornehmste Pflichtart. Anerkannt, oft beschrieben, nie angezweifelt.

Pflicht und Kür. Die sportliche Variante. Im Eiskunstlauf. Ein optisches Vergnügen.

Die Impfpflicht. Die was, bitte? Na, die Impfpflicht in Österreich ab Februar. Die Pflicht, den Stich zu gestatten, den Arm frei zu machen, die Nadel zu spüren. Die Pflicht, seinen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie zu leisten, sich an das Impfgesetz zu halten.

Ach, diese Pflicht! Einfach nur lächerlich, weil nicht zu kontrollieren. Eine Pflicht ohne Muskeln. 600 Euro hingeblattelt und Grüß Gott, Pflicht.

Eine Pflicht für Pflichtvergessene. Schade um die an sich gute Idee."

Michael Jeannée
Österreichischer Boulevardjournalist, Kriegsberichterstatter und Kolumnist
KRONEN ZEITUNG online, 23.01.2022
https://www.krone.at/2609665

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